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„Die Improvisation bekundet sich – so Riemann – musikalisch als klingendes Ergebnis der Auseinandersetzung spontaner Eingebungen mit einer gestellten Aufgabe“. Auf dieser Basis war das musikalische Stegreifspiel von je her eine Spezifität musikalischer Praxis, sei es als Vorstadium kompositorischen Schaffens oder, wie beispielsweise im Jazz, Kern einer musikalischen Äußerung. In der ambitionierten künstlerischen Szene ist die Improvisation als öffentliche spontane Musizierpraxis, so vor allem in Prägungen Neuer Musik, immer wieder und noch relativ häufig anzutreffen, in konventionell gebundenen Formen eher selten geworden.
 
Wenn Sie die Musikdateien unten anklicken und hören können, erklärt sich für Sie - wenn Sie ihn nicht schon längst kannten - ein wesentlicher Bereich von Vergangenheit und heutiger Alltags-Lieblingsbeschäftigung: etwas Sinnvolles tun, Barockorgel in Zwillbrock. Klangbeispiel auf der Seite 'Unterrichten'gestalten, musizieren, heißt vielfach: improvisieren. Träumen, in Tönen denken. Am Klavier. Oder am virtuellen Steinway auf dem vernetzten Keyboard. Noch lieber, wenn die eigenen Finger über die Tasten einer klangfeinen und Nachhall-betonten Kirchenorgel gleiten dürfen.
So früher sehr häufig und über Jahre auf der Klais-Orgel in der Heimatgemeinde, mehrfach auch auf der Barockorgel (aus etwa 1720) in Zwillbrock (St. Franziskus) an der Holländischen Grenze, Nähe Vreden (s. Foto rechts), oder in St. Johannes im sauerländischen Oesdorf, oder in der Schlosskirche in Chemnitz, oder auf der historischen Silbermann-Orgel im elsässischen Molsheim (Nähe Straßburg), oder der kunsthistorisch bedeutsamen Nicolai-Kirche in Kalkar (2003), auch auf der Klais-Orgel im Dom zu Münster (2010, X/2014), auch der im Altenberger Dom (2017) oder an der häufiger gespielten Stockmann-Orgel der Kirche St. Peter-und-Paul in Herne-Sodingen, wovon halt ein Foto existiert (s. nächstes Foto links; s. auch die Links "Orgelimprovisationen als Videofassung zum Anklicken", ganz unten). Auf die gelegentlich gestellte Frage nach einer mehr oder weniger gelungenen Improvisation, wie denn das Ganze  musikalisch entstehe bzw. gedanklich vonstattengehen könne, ob mittels spontaner Einfälle oder nach genauester Vorbereitung, hier eine mögliche Antwort im Sinne einer kleinen
 
Theorie der Improvisation

Man hat ein kleines musikalisches Thema oder Motiv vor Augen, eingerahmt in eines von vielen formalen Mustern, die die Erinnerung - zunächst noch nicht aktuell bewusst - bereithält und man spielt, vielleicht langsam, die ersten zwei, drei Töne oder einen Akkord, während in Gedanken gleichzeitig der fünfte und sechste Ton bzw. ein weiterer Akkord schon auf seine musikalische Richtigkeit oder Verwendbarkeit vorausschauend, antizipierend geprüft werden und spielt während dieses Vorgangs den dritten oder vierten Ton oder was auch immer – in Zehntel- bis Hundertstel-Sekunden anzusiedelnde synchronisierte Zeitabläufe zwischen geistiger Bewegungskoordinierung und Händen (und Füßen)! In eine bestimmte bzw. passende Rhythmik, Instrumentation (Orgelregister), Begleitung, Tonart, Lautstärke usw. eingebettet, wird parallel zu einer im Kopf mitlaufenden Dramaturgielinie gemäß einer ebenfalls (fast) gleichzeitig gefundenen Absicht bezüglich der Gesamtwirkung oder – formal variiert und kontrastiert - mit Hilfe des Kern- oder des Kontrastmotivs moduliert; dabei werden innerhalb einer quasi neuronalen Kreativwolke kleine Einheiten gebildet, die sich zu einem größeren Ganzen entwickeln, ggf. wiederholt  und neu aufgerollt werden, immer aber kritisch bezogen auf Motiv, Motto, Wirkungsabsicht oder Ziel. Auch die Qualität des Instruments, der Raum, die Atmosphäre, die eigene Fertigkeit, nicht zu unterschätzen die aktuelle Befindlichkeit, Stimmung und letztlich natürlich auch die Zuhörer spielen eine gelegentlich nicht unwesentliche und häufig sogar anregende Rolle dabei.

Ebenso kann auch das haptische Erfühlen der Tastaturkonturen als mechanischer Reiz stimulierend wirken innerhalb des wechselwirksamen fruchtbaren Moments des musikalisch-intuitiven ad-hoc-Spiels. Und zuletzt: gelegentliche Greiffehler können übrigens erfinderisch spontan und sehr rasch umgedeutet und weiter verarbeitet werden in eine sich genau so unvermittelt ergebende Logik des Verlaufs – als wäre es gewollt gewesen. Der "Fehler" erhält durch das, was verknüpfend folgt, eine neue musikalische Folgerichtigkeit...

Kein Rezept natürlich, beileibe nicht! Eher ist’s wie eine quasi himmlische Leihgabe, verantwortungsvoll zu verwalten, zu pflegen.

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So entstanden im Laufe der Jahre manch annehmbare Hörvergnügen, teils bei Freunden, teils in Kirchen (u. a. "Passio Christi", ein 2-sätziges Karwochenwerk in modernerer Tonsprache), teils aber auch quasi-öffentlich, so u. a. bei diversen Anlässen in der Aula der Goethe-Schule Bochum (mitunter über zu feiernde Namen, aber auch nach Aufforderung zu einer spontanen Motivnotation aus dem Publikum), im Museum Bochum, mehrfach auch bei Vernissagen, u.a. bei der Dortmunder Malerin Britta Basten auf dem herrlich klingenden Steinway-Flügel im Dortmunder Thomas-Haus.
 
Unvergessen und ein echter musikalischer Hit bleibt übrigens eine ganz private Improvisation mit Sohn Patrick, völlig ungeplant beim Literatur-Einspielen in der Münsteraner St. Martini–Kirche vor der Taufe von J.-M. von R., entstanden im August 1991, zufällig mitgeschnitten (s. MP3-Datei "Vor der Taufe" am Ende der Seite "Reisen")...
 
 
 
 
 

  Orgelimprovisationen (u. eine Komposition) als Videofassung zum Anklicken:

Moderato assai, Improvisation auf der Klais-Orgel im Altenberger Dom (Sept. 2017)

Konzert für Horn u. Orch., 3. Satz, Komposition (instrumental realisiert mit Korg T1 1993)

Symphonische Phantasie g-moll, Improvisation über "Maria durch ein Dornwald ging", Seifert-Orgel in der Marienbasilika KEVELAER (Okt. 2016, ca. 10 Min.)

Neue Perspektiven - ANDANTE, Einleitung des Zyklus' "FORMUNGEN", Stockmann-Orgel in Herne-Sodingen (14.1.2015, ca. 9 Min.)

Präludium allegro - Playful Report, erstes Stück einer 8-teiligen Improvisationsserie mit dem Titel CATHEDRAL STORIES, gespielt auf der Klais-Orgel im St. Paulus-Dom in MÜNSTER (27.10.2014, ca. 5 Min.)

Orgelfrühling Himmerod, Improvisation über ein a-moll-Thema auf der Klais-Orgel in der Abtei Himmerod (Eifel)

 "Zoff im Vatikan" (oder auch: "Jesu Wut über die Tempelschänder" - Improvisation an der 3-manualigen Kreienbrink-Orgel in der Löwenkirche (St. Joseph) in Wanne-Süd (30.5.2012,  ca. 10 Min.)

"Hortus gaudii", heiter-festliche Orgelmusik mit der improvisatorischen Verarbeitung zweier eigener Themen auf einer 4-manualigen Stockmann-Orgel in Herne (11 Min.)

"Streit dunkler Mächte"  oder "Die Lust am üppigen und schwelgerischen Fortissimo". Freie Orgelimprovisation an einer 4-manualigen Stockmann-Orgel mitten im Ruhrgebiet. Ein etwas unüblicher Klangflächenrausch, integriert in ein erlebnisorientiertes rhythmisch-spontanes musikalisches Unwetter... (14 Min.)

"Adagietto", freie Orgelimprovisation, (9 Min.)

Choralfantasie "O Jesu", Orgelimprovisation, Aufnahme von 23.1.13, (12 Min.)

"Rohrgesang", Orgelimprovisation, 20. Juni 2012 (9 Min.)

"Postludium: Paroli bieten", Orgelimprovisation, Januar 2013 (5 Min.)

"Urknall oder die Geburt des Kosmos'" (aus der CD "Gezeiten des Universums", 2012), Orgelimprovisation (9 Min.)

 

 

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ROLF HAGEN